Wir begleiten dich auf deiner Nähreise zur selbstgenähten Garderobe

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Nähprojekt planen: Mit diesen 4 Tipps kommst du von unzähligen Ideen endlich in die Umsetzung!

Du kennst es sicherlich auch: Du hast zig Nähprojekte im Kopf, alles nur theoretisch und immer wieder entdeckst du eine Inspiration, aber um in die Umsetzung zu kommen, fehlt dir ein entscheidender Impuls. Doch irgendwann schlägt der Blitz bei dir ein und du weißt: Es kann los gehen.

So ging es Claire letztens als sie eine Mail von Snaply erhielt. In diesem Blogartikel nimmt sie dich mit auf die Reise, wie sie ein Nähprojekt geplant hat und so von den vielen Ideen, die ihr im Kopf rumgeschwirrt sind, endlich in die Umsetzung gekommen ist!

Das Nähprojekt nimmt Gestalt an: Der Geistesblitz! 

Am 22.07.2022 bekamen wir eine Email von Snaply. Sie stellten uns ihre neue Zubehör-Linie vor und fragten, ob wir sie testen möchten. Es war in dem Moment wie eine Tür, die sich geöffnet und eine Blockade, die sich gelöst hat. 

Kurze Hintergrund-Geschichte:

Der Rucksack von meinem 5-Jährigen Sohn war längst viel zu klein. 2019 hatten wir ihm einen super süßen, aber sehr kleinen (Baby-)Rucksack gekauft. Selbst sein kleiner Bruder hat inzwischen einen viel größeren Rucksack von der Tagesmutter geschenkt bekommen. Mit Spiderman drauf. Ohje. Da musste ich echt die Augen zudrücken :D

1. Nähziel formulieren

Mein Ziel war es, dass mein großer Sohn einen Rucksack bekommen sollte, der sowohl ihm als auch mir gefällt. Neu kaufen stand für mich nicht zur Debatte, daher blieb nur Second Hand - oder eben selber nähen!

Nach der Email von Snaply war klar: der Rucksack wird selbst genäht. Und nachdem das Projekt konkreter wurde, ergab sich der Rest dann wie von allein - es fügte sich sozusagen.

Tipp für dich: Schreibe dir am besten einmal auf Papier, was das konkrete Ziel deines Projektes ist. Sei es einfach auf ein leeres Blatt Papier oder in ein Nähjournal. Schreib' dir am besten alles auf, was das Teil später ausmachen soll, wofür du es nähst, etc. Wenn es zum Beispiel für einen bestimmten Anlass sein soll, dann notiere dir das Datum/den Zeitraum. All diese Infos machen es für dich leichter, später wirklich in die Umsetzung zu kommen.

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2. Nähprojekt konkret planen

Nachdem ich wusste, dass es ein selbstgenähter Rucksack werden sollte, konnte ich das Projekt konkreter planen. Und das Tolle: Ich hatte von Vornherein einen fixen Termin, zu dem der Rucksack fertig werden sollte: nämlich zum 01.09., zum neuen Schuljahr!

Damit hatte ich knapp sechs Wochen Zeit, um das Nähprojekt super durchdacht anzugehen und einen Rucksack zu nähen, der nicht nur uns beiden gefällt, sondern am Ende auch lange und vor allem gerne getragen wird!

Ich stellte fest: Weil der Rucksack in meinem Kopf schon länger ein Thema war, konnten die folgenden Entscheidungen sehr schnell getroffen werden.

  • Stoffauswahl (Außen- und Innenstoff)
  • Form des Rucksacks (und damit einhergehend: das Schnittmuster)

Tipp für dich: Überlege dir genau, welchen Zweck dein Teil erfüllen soll. Daran kannst du dich bei der Auswahl von Stoff und Schnittmuster sehr gut orientieren. Lass' es auch immer wieder etwas sacken, wenn es sich dann noch gut anfühlt, dann kannst du loslegen!

3. Materialien besorgen/schauen, was schon vorhanden ist

Nachdem ich wusste, was ich nähen wollte und wie es aussehen sollte, ging es in die erste Umsetzung: die Materialsuche. Ich wusste ganz genau, was ich schon hatte und was ich noch gebraucht habe.

Was ich schon hatte:

  • Futterstoff (Stoffrest)
  • SnapPap
  • Label
  • Aufnäher (den hatte ich zuvor erst bei Halfbird gekauft: Dackel Detlef)
  • Garn
  • alter Vorhang für ein Probeteil (ich wollte den Schnitt testen, die Form/Größe sehen)
Bei Snaply wurde folgendes besorgt:*
  • Schnittmuster
  • Oilskin 
  • Zubehör (Schnallen, Reißverschluss, Gurt)
  • Schaumstoff

Einen Überblick über das Material, das ich verwendet habe, findest du auch direkt bei Snaply. Sie haben meinen Rucksack in ihre Taschenstars aufgenommen! :)

Ich bin immer ein Fan von: Nutze alles, was vorhanden ist und kaufe nur das nötigste. ABER: Mittlerweile weiß ich auch, dass es keinen Sinn hat, immer nur Alternativ-Material einzubauen, wenn es am Ende den Zweck nicht erfüllt.

Ein Beispiel: Ich finde, dass bei so einem Rucksack ein 2-Schieber-Reißverschluss viel besser ist als ein normaler Reißverschluss. Daher besorge ich lieber einen neuen, der am Ende genau den Zweck erfüllt, den ich brauche. Denn: Der Rucksack soll am Ende gerne getragen und genutzt werden.

Tipp für dich: Überlege dir, ob sich ein Probeteil für dich lohnt. Es kann in vielen Fällen sinnvoll sein, bei anderen Projekten benötigst du es vielleicht nicht unbedingt. Schau', dass du alle Materialien, die du für das Nähprojekt benötigst, einmal alle zusammen hast. So wird es dir viel leichter fallen, loszulegen. 

4. Nähprojekt in kleineren Schritten umsetzen

Da ich keinen Zeitdruck hatte, teilte ich das Nähprojekt in kleine Schritte auf. Der Plan war, diese über den Sommer Stück für Stück zu erledigen:

  • Form und Aufteilung des Materials festlegen
  • Material besorgen
  • Schnittmuster drucken, kleben und ausschneiden
  • Zuschnitt des Probeteils
  • Probeteil nähen
  • Zuschnitt der Original-Stoffe & des Gurtes
  • Nähen (auch in mehreren Näh-Slots)

So kam mir das Projekt nicht mehr so groß vor. Immer und immer wieder empfehlen wir diese Technik des “Aufteilens” der Schritte, um den Druck herauszunehmen. Man kann sogar zu jedem Schritt dazu schreiben, wie viel Zeit dieser etwa in Anspruch nehmen wird. So fühlt es sich leichter an, denn: Nähen soll Spaß machen! Es ist dein Hobby, es soll nicht stressig sein.

Weil ich festgelegt hatte, wie der Rucksack werden soll, und mir so lange Gedanken darüber gemacht hatte, musste ich während des Zuschneidens/Nähens keine große Entscheidungen mehr treffen. Es fühlte sich ganz leicht an. So konnte ich z.B. einen Abend um 23.30 Uhr den Original-Stoff zuschneiden - ohne Fehler :D Ich kam gerade aus dem Urlaub wieder und hatte den Drang, endlich wieder weiter zu machen :D

Tipp für dich: Nutze solche Motivationsschübe, wenn sie da sind. Aber frag' dich gleichzeitig auch immer: Ist es gerade der richtige Zeitpunkt? Bin ich konzentriert genug? Weiß ich wirklich genau, was ich gerade mache und bereue ich es am Ende nicht. 

Fazit

Sowohl mir als auch meinem Sohn gefällt der Rucksack richtig gut! Er entspricht meinen Vorstellungen voll und ganz. Es war ein sehr schönes Sommer-Projekt.

Ich habe übrigens meinen Sohn in den Prozess mit einbezogen, da er ja derjenige ist, der den Rucksack tragen soll. So lernte er den Rucksack auch viel mehr zu schätzen. Er weiß, was alles dahintersteckt, wie viel Zeit und Arbeit. Er hat mich sogar fluchen hören, ja… :D Gehört manchmal (leider) auch dazu!

Das würde ich anders machen

Ich würde den Rucksack ein klein wenig größer nähen. Dafür müsste ich aber selbst am Schnittmuster basteln.

Außerdem würde ich den Boden mit SnapPap stützen, aber nicht das komplette Schnittteil daraus nähen.

Ich habe gemerkt: Ich sollte noch mehr auf mein Gefühl hören. Die zwei genannten Verbesserungsvorschläge hatte ich zwar gespürt, aber ignoriert.

Tipp für dich, wenn es dir auch mal so geht: Notiere es dir! Schreib' alles auf, was du beim nächsten Mal besser/anders machen würdest, damit du es nicht vergisst. Aber das Wichtigste: Schau' nicht nur auf deine Fehler, sondern zelebriere lieber deine Erfolge! Ist die Naht nicht perfekt oder irgendetwas schief? Sieh' es als Lernprozess. Niemand, außer dir selbst, wird es bemerken ;) 

Das hat mir richtig gut gefallen bei diesem Projekt

  • Kleine Einheiten verteilt auf mehrere Wochen machen echt Spaß
  • Ich habe bewusster genäht als manch anderes Mal, weil ich es mir eingeplant habe
  • Ich habe mich an neue Materialien getraut
  • Wenn ich für mein Kind nähe, möchte ich es teilhaben lassen (muss mir also mehr Zeit einplanen für Erklärungen & Co.)
  • Schönes Zubehör lässt jedes Nähprojekt professioneller wirken
  • Die Träger mit Schaumstoff sind ein Traum :)

Tipp für dich: Notiere dir auch alles, was dir positiv aufgefallen ist, was du gelernt hast, worauf du stolz bist, was du vielleicht zum ersten Mal gemacht hast. So hast du zum Einen ein viel positiveres Gefühl danach gegenüber deinem selbstgenähten Teil. Zum anderen findest du so leichter heraus, ob das Teil vielleicht ein Wohlfühlschnitt werden könnte.

Hier noch ein paar Einblicke in den Prozess:

  • Erst mal das Probeteil zuschneiden!

  • Mit dem Probeteil Größe und Form prüfen

  • Gemeinsames Nähen - war ja schließlich ein gemeinsames Projekt ;)

  • Dackel Detlef positionieren

  • Sieht schon mal aus wie ein Rucksack

  • Tadaaaa - fertig ist der neue Rucksack!

 

 

 

 

* Die Materialien wurden Claire kostenfrei von Snaply zur Verfügung gestellt. Wir erwähnen sie hier freiwillig.

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