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5 Gründe, warum du kaputte Kleidung NICHT entsorgen solltest (und 14 Ideen, was du stattdessen damit machen kannst)

Dies ist ein Gastartikel von Inga vom Blog "Need for Needles". Inga schreibt dort über das Erhalten von Kleidung durch Reparieren und Refashion und brennt dafür, alten oder kaputten Sachen neues Leben einzuhauchen. Dabei soll es vor allem eins sein: tragbar. Flicken zum Aufbügeln oder in Herzchenform wirst du deshalb bei ihr eher nicht finden, dafür aber jede Menge Ideen, wie du Erwachsenenkleidung wieder herrichten kannst. In ihrem Onlinekurs Kleidung länger lieben, der demnächst startet, zeigt sie dir, wie du deine Kleidung passend zu deinem Stil reparieren kannst.

 

 

Wer von uns kennt das nicht? Ein Riss in einem Shirt, durchgescheuerte Hosenbeine oder ein kaputter Reißverschluss machen Kleidung mit einem Mal untragbar. Die (leider) am häufigsten gewählte Lösung ist, diese Kleidung zu entsorgen.

Das muss aber nicht zwingend sein und es gibt ein paar gute Gründe, warum du kaputte Kleidung nicht so einfach wegwerfen solltest. In diesem Artikel zeige ich dir, welche das sind und was du stattdessen mit deinen kaputten Sachen tun kannst.

Das findest du in diesem Artikel

Wovon geht Kleidung kaputt?

Wenn du stolperst, und dir das Knie aufschlägst, weißt du natürlich genau, woher der Riss in deiner Lieblingsjeans kommt. Aber viel häufiger geht Kleidung kaputt, ohne dass wir es sofort merken. Irgendwann stehst du einfach vor dem Schrank und ziehst dein Lieblingsshirt raus und dir fallen kaputte Stellen auf, die vorher nicht da waren.

Die Gründe dafür können ganz verschiedene sein, zum Beispiel:
  • Motten
  • Gürtelschnallen
  • Waschmaschine

Der vermutlich häufigste Grund dafür, dass Kleidung kaputtgeht, sind aber weder Motten, noch Waschmaschinen oder anderes, sondern schlicht und einfach die Tatsache, dass sie getragen wird.

Und wenn wir ehrlich sind, ist das doch auch der schönste Grund. Denn Kleidung, die getragen wird, erfüllt ihren Zweck – und damit meine ich nicht nur, dass sie uns warm hält, sondern auch, dass wir uns darin wohlfühlen.

Natürlich ist es gut, sie pfleglich zu behandeln, aber ganz und gar wirst du bei viel getragenen Sachen nicht vermeiden können, dass sie irgendwann Löcher bekommen oder durchgescheuert sind. Verschlüsse, Knie- und Gesäßpartien nutzen sich einfach mit der Zeit ab, Säume werden abgetreten und vieles mehr. Und das ist ok.

Aber auch das muss noch kein Grund sein, die kaputten Klamotten direkt zu entsorgen. Gerade dann nicht, wenn es gerne getragene Kleidung ist.

Warum kaputte Kleidung entsorgen keine gute Idee ist

Jetzt, wo du ein paar der Gründe für kaputte Kleidungsstücke kennst, kommen wir zum eigentlichen Kern dieses Artikels. Es gibt ein paar gute Gründe, warum du kaputte Kleidung nicht mir-nichts-dir-nichts entsorgen solltest. Ich starte gleich mal mit einem Statement:

Grund 1: Wir haben zu viel Kleidung ...

… und wir werfen zu viel davon weg. Mit wir meine ich dabei westliche Gesellschaften, und nicht jede einzelne Person. Die Menge an Sachen, die du, ich oder unsere Nachbar*innen im Schrank haben, kann natürlich total unterschiedlich sein. Ich halte auch nicht viel von Begrenzungen auf eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken – wenn jemand 50 Teile im Schrank hat und sie alle regelmäßig trägt, von mir aus.

Problematisch ist vor allem der Durchlauf. Laut einer Greenpeace Studie aus 2017* kaufen die Deutschen ca. 60 Kleidungsstücke im Jahr neu.

Aber wie viel Kleidung werfen wir nun eigentlich weg? Die Zahl ist erschreckend: Allein in Deutschland werden laut der Studie jedes Jahr 1,3 Millionen Tonnen Kleidung auf die ein oder andere Art entsorgt. Nicht alles davon ist kaputt und nicht alles landet gleich im Müll. Aber auch die Spende an die Altkleidersammlung ist inzwischen angesichts der Mengen zu einem großen Problem geworden.

Was bleibt ist die Tatsache, dass viele Kleidungsstücke schon bei kleinen Beschädigungen entsorgt werden, anstatt sie zu reparieren oder zum Schneider zu bringen. Das ist natürlich auch von der Modeindustrie nicht gewollt, denn die lebt von den immer schneller wechselnden Trends.

Grund 2: Textilproduktion belastet die Umwelt

Wusstest du, dass die globale Textilindustrie jedes Jahr einen CO2 Ausstoß von 1,2 Milliarden Tonnen verursacht?** Diese Zahl geisterte im Frühjahr durch die sozialen Medien und hat viele schockiert. Noch deutlicher wurde sie durch den Vergleich zum weltweiten Flugverkehr und zur Kreuzschifffahrt, denn die haben sogar zusammen einen kleineren Ausstoß.

Dazu kommen noch der Rohstoff- und Wasserverbrauch und Umweltverschmutzung durch Pestizide und Färbemittel. Inzwischen gibt es natürlich einige Labels, die Kleidung oder Stoffe nachhaltig produzieren lassen. Den größten Hebel als Verbraucher*in hast du allerdings in der Hand, wenn du Kleidung möglichst lange nutzt oder weitergibst.

Grund 3: Kleidung lässt sich schwer recyceln

Der dritte Grund, warum du kaputte Kleidung nicht einfach entsorgen solltest, sind die fehlenden Möglichkeiten zur Wiederverwertung. Landen die Sachen im Restmüll, ist das Ende ohnehin die Müllverbrennungsanlage. In der Altkleidersammlung werden kaputte Teile, zumindest sehr kaputte, aussortiert und der Textilverwertung zugeführt. Das bedeutet aber leider nicht, dass daraus neue Stoffe werden (mehr dazu erfährst du weiter unten).

Andere Sammelstellen für Textilmüll gibt es kaum. Aber selbst, wenn das so wäre: Faserrecycling ist gar nicht so einfach.

Das Hauptproblem ist, dass die Fasern sortenrein sein müssen, viele Textilien aber aus Mischfasern bestehen.

Deshalb besteht Kleidung aus recyceltem Polyester häufig auch nicht aus anderer Kleidung, sondern zum Beispiel aus PET Flaschen. Für Kleidungsstücke aus Baumwolle gibt es zwar in manchen Läden Sammelstellen, aber für das Verspinnen zu neuem Garn muss den recycelten Fasern um die 50% bis 60% neue Baumwolle hinzugefügt werden.

Es gibt inzwischen Unternehmen, die neue Recyclingverfahren entwickeln. Aber selbst die können unmöglich den gesamten Markt an entsorgter Kleidung abdecken – selbst, wenn es die passenden Sammelstellen gäbe.

Grund 4: In Kleidung steckt Arbeit (deine und die von anderen)

Was neben Umweltbedingungen und Konsumkritik oft vergessen wird ist, dass an der Herstellung von Kleidung immer Menschen arbeiten. Sei es im Baumwollanbau oder bei der Herstellung synthetischer Fasern, die Arbeit an Kleidung fängt nicht erst beim Nähen an. Bevor aus einem Rohstoff wie Baumwolle, Erdöl oder Holz ein fertiger Stoff wird, sind viele Schritte nötig.

Baumwolle zum Beispiel wird angepflanzt, geerntet, entkörnt, gewaschen, gekämmt, zu Garn gesponnen, gefärbt und dann erst zu Tuch gewebt oder gestrickt. Die Arbeitsbedingungen werden dabei in der Regel schlechter, je weiter man in der Produktionskette zurückschaut. Auch das ist also ein Grund, kaputte Kleidung nicht zu entsorgen, sondern weiter zu erhalten.

Aber auch das Nähen an sich ist natürlich ein wichtiger Schritt, den du ja vielleicht sogar selbst übernommen hast. In dem Fall weißt du natürlich, wie viel Arbeit du in deine Hose oder dein Shirt gesteckt hast und wirst kaputte Sachen wahrscheinlich nicht so ohne weiteres wegwerfen. Falls du es noch nicht gemacht hast, kann ich dich an dieser Stelle nur ermutigen, dich an deine erste Reparatur zu wagen – du kannst daraus sogar so einiges übers Nähen lernen, wie du im nächsten Punkt sehen wirst.

Grund 5: Durch Reparieren und Upcycling verbesserst du deine Nähkenntnisse

Wenn du selbst nähst, hast du natürlich die besten Voraussetzungen, aus kaputter Kleidung noch etwas zu machen. Damit schonst du nicht nur die Umwelt und hast länger Freude an deinen Sachen, sondern verbesserst ganz nebenbei auch deine Nähkenntnisse. Vor allem diese zwei Effekte, wirst du relativ schnell bemerken, wenn du deine Kleidung selbst reparierst oder upcycelst:

Du erkennst, dass auch Kaufkleidung nicht perfekt ist

Gerade, wenn du erst mit dem Nähen anfängst, denkst du vielleicht, dass Kaufkleidung der Maßstab ist, an dem du deine Nähprojekte messen kannst. Das Ziel ist ja, dass es aussieht wie gekauft – oder eben besser.

Wenn du aber anfängst, gekaufte Sachen zum Reparieren unter die Nähmaschine zu legen, wird dir schnell auffallen, dass sie alles andere als perfekt ist. Das ist auch völlig logisch, denn sie ist von Menschen hergestellt worden und nicht von Robotern. Nähte sind manchmal schief und Übergänge nicht sauber. Wir schauen nur bei unseren selbst genähten Sachen viel kritischer hin.

Du lernst verschiedene Techniken kennen

Jedes Mal, wenn du eine Jeans flickst oder eine offene Naht in einem Shirt wieder schließt, schaust du dir dieses Kleidungsstück viel genauer an, als du es normalerweise tust. Für einige Reparaturen musst du auch Kleidungsstücke teilweise auftrennen.

Dadurch erfährst du unglaublich viel darüber, wie Kaufkleidung verarbeitet ist und auf wie viele verschiedene Arten man zum Ziel gelangen kann. So bekommst du auch schnell ein Gefühl dafür, was dir vom Stil her liegt und was du eventuell bei deinen selbst genähten Sachen anders machen möchtest.

Reparieren und Upcycling: Was du mit kaputter Kleidung machen kannst, statt sie zu entsorgen

Nun gut, du kennst jetzt ein paar gute Gründe, warum du deine kaputte Kleidung nicht gleich wegwerfen solltest. Was aber damit tun, wenn nicht entsorgen?

Im besten Fall wird sie so lange wie möglich im Kreislauf gehalten. Wie du oben schon gelesen hast, ist das Recycling von Kleidung zu neuen Stoffen schwierig. Der einfachere und effektivere Weg ist, sie entweder durch Reparieren wieder herzurichten oder den Materialien durch Upcycling ein neues Leben zu schenken.

Kaputte Kleidung reparieren

Kleidung zu reparieren, war zwei Generationen vor uns noch völlig normal. Für die meisten Menschen war sie einfach zu teuer, als dass sie wegen kaputter Stellen hätte entsorgt werden können. Je günstiger und verfügbarer Kleidung wurde und je schneller die Trends wechselten, desto unnormaler wurde für die meisten Menschen auch das Flicken ihrer Sachen.

Ein paar Reparaturen, die wirklich einfach umzusetzen sind, habe ich dir hier aufgeführt. Für die ersten drei davon erhältst du sogar eine Schritt-für-Schritt Anleitung für 0 Euro wenn du dich für meinen Newsletter anmeldest. Aber auch, wenn du nicht selbst nähst, kannst du die folgenden Reparaturen meistens günstig bei einer Schneiderei in Auftrag geben.

1. Löcher stopfen

Löcher in Kleidung stopfen kannst du von Hand oder mit der Nähmaschine. Beim Stopfen von Hand wird das Loch im Stoff mit mehreren Stichen zugenäht bzw. mit einem Faden über das Loch gewebt.

Das Stopfen mit der Nähmaschine funktioniert ungefähr nach demselben Prinzip, nur dass das Garn nicht verwoben wird. Stattdessen wird das Loch von unten mit einem Vlies oder einem dünnen Flicken abgedeckt und dann mit Längs- und Quernähten überdeckt.

2. Flicken aufnähen

Die wohl bekannteste Variante, um Löcher in Kleidung zu reparieren, ist das Aufnähen von Flicken. Das können natürlich lustige Bügelflicken sein, aber für deine eigene Kleidung möchtest du es vielleicht doch etwas dezenter.

Der Form von Flicken sind keine Grenzen gesetzt und du erreichst tolle Ergebnisse, wenn du von der klassischen runden Form abweichst und stattdessen eine aussuchst, die zum Stil deines Kleidungsstücks passt.

3. Negativflicken

Negativflicken werden von unten auf den Stoff genäht und die kaputte Stelle danach einfach weggeschnitten. Sie sind eher für auffällige Reparaturen geeignet und ergeben besonders dann ein stimmiges Bild, wenn du gleich mehrere einsetzt.

Der Unterschied zum Stopfen ist hier, dass das Loch nicht mit Nähten überdeckt, sondern komplett aus dem Stoff herausgeschnitten wird.

4. Kaputte Stoffpartien austauschen

Bei größeren Löchern, zum Beispiel an den Knien, kann es sinnvoll sein, die kaputte Stoffpartie komplett auszutauschen. Das ist meistens etwas mehr Arbeit, als einfach einen Flicken aufzunähen, aber dafür sieht es später aus, als wäre es schon immer so gewesen.

5. Kaputte Bündchen austauschen

Bündchen gehen an Sweatshirts und Pullovern oft als erstes kaputt. Ein zerfleddertes Ärmelbündchen kannst du zum Glück ganz einfach austauschen.

Eine Anleitung dafür findest du hier auf meinem Blog.

6. Reißverschluss ersetzen

Reißverschlüsse an Jacken und Mänteln sind leider Verschleißteile, da sie viel genutzt werden. Sie zu ersetzen, erfordert ein bisschen Übung an der Nähmaschine. Wenn du vorher noch nicht viel genäht hast, solltest du diese Reparatur also lieber einer Schneiderei überlassen.

Wenn du aber bereits ein paar Nähkenntnisse hast, dann trau dich ruhig daran, denn so schwer ist es nicht.

Eine Anleitung dazu findest du hier.

7. Kaputte Säume kürzen

Kaputte und abgetretene Hosensäume kannst du auch ganz einfach kürzen, anstatt sie zu reparieren. Oft genug ist die Ursache ja ohnehin, dass sie zu lang sind.

Wenn dir die Hose dadurch doch zu kurz wäre, dann kannst du aber auch den alten Saum auftrennen und wegschneiden und einen Streifen Stoff von der Innenseite gegen nähen.

Upcycling von kaputter Kleidung

Auch, wenn ein Kleidungsstück nicht mehr ausgebessert werden kann, gibt es noch viele Möglichkeiten, das Material an sich weiterzuverwenden. Beim Upcycling sind deiner Fantasie im Grunde keine Grenzen gesetzt. In diesem Artikel findest du zum Beispiel 22 Ideen zur Stoffresteverwertung, die du auch für ausrangierte Kleidung nutzen kannst.

8. Kinderkleidung nähen

Kinderkleidung aus alter Kleidung von Erwachsenen zu nähen, ist ein beliebtes Upcycling. Für kleine Kinder kann man also super größere Pullis oder Hosen auseinander nehmen.

Wenn die Kids größer werden und der Stoff nicht mehr reichen würde, kannst du Schnittmuster mit Teilungsnähten verwenden oder selbst welche einfügen.

9. Zu neuen Teilen kombinieren

Nicht nur für Kinderkleidung, sondern auch für deine eigene kannst du natürlich mehrere alte Sachen zu einem neuen Kleidungsstück kombinieren. Entweder du verwendest ein Schnittmuster, dass schon Teilungsnähte hat, oder du schneidest deinen Papierschnitt so auseinander, dass welche entstehen.

Du kannst auf die Art zum Beispiel tolle Shirts oder Pullis im Colour Blocking Stil nähen.

10. Taschen nähen

Zum Nähen von Taschen eignen sich vor allem feste Stoffe wie Jeans oder Canvas. Auch Jackenstoffe können robust genug sein.

Wichtig ist, dass der Stoff, den du verwendest, nicht dehnbar ist und keine abgenutzten Stellen hat. Beides wären für Taschen regelrechte Sollbruchstellen.

11. Stirnbänder und Mützen aus alten Shirts

Aus alten Pullis und Shirts kannst du dir oder deinen Kindern ganz einfach Mützen und Stirnbänder nähen. Für Mützen kannst du praktischerweise direkt das Pulloverbündchen mit nutzen und sparst dir das Zuschneiden und Annähen eines extra Bündchens. Schneller geht es also nicht.

12. Stofftiere nähen

Auch Stofftiere eignen sich super zum Upcycling von alten Jeans oder Webstoffen. Wenn dein Stofftier nicht zu groß ist, kannst du es sogar mit kleingeschnittenen Stoffresten ausstopfen. Bei größeren nimm aber lieber Füllwatte, da es sonst zu schwer wird.

13. Stricken oder häkeln mit T-Shirt Garn

Wenn du gerne strickst oder häkelst, kannst du aus kaputten T-Shirts und anderen Sachen aus Jersey T-Shirt Garn machen. Die Stoffe sollten dafür nicht zu dehnbar sein.

Dafür schneidest du den Stoff in einen langen und ca. 1,5 cm schmalen Streifen. Dieser rollt sich nach dem Schneiden zusammen und du kannst ihn so direkt mit einer dicken Nadel zu Topflappen, Körbchen oder anderen Sachen häkeln oder stricken. Claire hat zum Beispiel einen Schal aus Stoffresten gestrickt.

14. Ausschlachten für deine Nähprojekte

Auch, wenn du gerade keine Idee hast, was du aus einem kaputten Kleidungsstück noch machen könntest, musst du es nicht wegwerfen – zumindest nicht als ganzes. Wenn du zu den Hobbynäher*innen gehörst, dann kannst du vieles bestimmt noch gut gebrauchen.

Intakte Reißverschlüsse, Knöpfe und Gummibänder werden bei mir zum Beispiel immer herausgetrennt und aufbewahrt. Dasselbe gilt für die „guten“ Stoffpartien, also die, die noch nicht abgenutzt sind. Diese kannst du passend zugeschnitten später als Flicken verwenden.

Ausnahmen bestätigen die Regel - wann du kaputte Kleidung doch entsorgen solltest

Wie du siehst, gibt es jede Menge Möglichkeiten, kaputte Kleidung weiterzuverwenden. Trotzdem gibt es auch Gründe, Kleidung endgültig zu entsorgen. Manchmal sind Stoffe zum Beispiel schon so fadenscheinig, dass eine Reparatur zwecklos wäre. Wenn eine Jeans so durchgescheuert ist, dass eine gestopfte Stelle oder ein Flicken bald wieder herausreißen würde, kannst du dir die Arbeit auch sparen.

Du kannst natürlich trotzdem die noch guten Stoffpartien rausschneiden und als Flicken oder zum Upcycling verwenden. Die Reste dürfen dann aber getrost entsorgt werden. Dasselbe gilt für Kleidung mit Farb- oder Lackflecken oder für Teile, die so von Motten zerfressen sind, dass sie mehr aus Löchern als aus Stoff bestehen.

Wenn dann richtig! Wo du kaputte Kleidung entsorgen kannst

Aber wo kann man denn jetzt alte und kaputte Kleidung entsorgen, wenn es doch mal sein muss? Kann man alte Kleidung einfach in den Restmüll werfen oder gehört sie doch in die Altkleidersammlung? Und kann man als Privatperson Kleidung so entsorgen, dass sie recycelt werden kann? Die Antwort auf diese Fragen ist gar nicht so einfach.

In die Altkleidersammlung solltest du grundsätzlich nur unbeschädigte und tragbare Sachen geben. Dasselbe gilt laut den Abfallwirtschaftsbetrieben meiner Heimatstadt Köln übrigens für Stoffreste – diese gehören leider in den Restmüll, sofern du keine andere Verwendung dafür findest. Ich habe mal den Tipp bekommen, dass auch diese Sachen in der Altkleidersammlung besser aufgehoben sind, weil sie dort sortiert und als Dämmmaterial eingesetzt werden.

Laut Utopia.de ist das aber nicht mehr der Fall, da durch den hohen Anteil von billigen Textilien längst ein Überschuss an Kleidung für Dämmmaterial besteht.*** Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass die Sachen nach der aufwändigen Sortierung doch in einer Müllverbrennungsanlage enden. Es gibt jedoch eine Ausnahme, mit der du deine kaputte Kleidung tatsächlich dem Recycling zuführen kannst.

Besonderheit: Kaputte Jeans entsorgen

Zumindest für die Entsorgung von kaputten Jeans gibt es inzwischen in vielen Städten Sammelstellen. Wichtig ist, dass die Stoffe zu mindestens 95% aus Baumwolle bestehen, da sie sonst nicht wiederverwertet werden können. Die Jeans werden zusammen mit frischen Baumwollfasern zu neuem Garn verarbeitet und bleiben so immerhin noch auf diese Art erhalten.

Kaputte Kleidung entsorgen muss nicht sein!

Du siehst also: Es ist in vielen Fällen gar nicht nötig, kaputte Kleidung wegzuwerfen. Die Möglichkeiten, was du noch alles damit machen kannst, sind einfach unglaublich vielfältig.

Wenn es doch nicht anders geht, dann nutze die richtigen Möglichkeiten zur Entsorgung und im besten Fall zur Weiterverwertung – vor allem aber, habe Spaß an deinen Lieblingssachen, solange es geht!

 

Mehr über Inga

Inga ist der kreative Kopf hinter dem Blog Need for Needles und liebt es, alter Kleidung ein neues Leben zu schenken. Ihr Ansatz sind einfach umzusetzende Reparaturen, die vor allem zum Stil der Träger*innen passen und so gerne weiter getragen werden. Du findest Inga auf www.needforneedles.de und auf Instagram.

 

 

 

* Quelle: greenwire.greenpeace.de

** Quelle: sueddeutsche.de

*** Quelle: utopia.de

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