Wir begleiten dich auf deiner Nähreise zur selbstgenähten Garderobe

Stoffreste verwerten: So machst du ein Tuch aus Jersey-Stoffresten (+ Tipps zur Flatlock-Naht)

 

Wir lieben Stoffreste-Projekte! Deshalb gibt es zu dem Thema auch eine eigene Blog-Kategorie. Jeder noch so kleine Stoffrest kann verwertet werden, du brauchst nur ein wenig Vorstellungsvermögen, Kreativität - und natürlich unsere Anleitungen ;) 

Das Nähprojekt, das wir dir hier vorstellen, ist ein tolles schnelles Nähprojekt. Aber Achtung: Der Teufel steckt hier im Detail! Das Nähen an sich geht wirklich flink, aber die Vorbereitung hat es etwas in sich. Aber keine Angst: Wir führen dich Schritt für Schritt durch, sodass du ein Erfolgserlebnis verspürst!

Claire hat aus größeren Jersey-Stoffresten ein wunderbar-leichtes Sommertuch in Dreiecksform genäht. Und dafür hat sie die sog. Flatlocknaht bzw. Flachnaht an der Overlock verwendet. Sie musste selbst etwas tüfteln, aber mit ein wenig Geduld und vor allem der Overlock-Bedienungsanleitung war es am Ende ein Erfolg ;)

Tuch aus Stoffresten nähen: Das benötigst du

  • Jersey-Stoffreste, die von der Qualität ähnlich sind (die Größe ist an sich völlig egal, mit kleineren Stoffresten benötigst du mehr Nähte und erhältst eher einen Patchwork-Effekt; mit größeren Stoffresten kannst du einen Colorblocking-Effekt erzielen)
  • eine Overlock-Maschine, die die Flachnaht nähen kann
  • farblich passendes (Overlock)-Garn (mehr Infos dazu, ob du immer Overlock-Garn verwenden musst, findest du im Blogartikel "Overlock: Die Basics")

Was ist eigentlich die Flatlocknaht?

Die Flatlocknaht wird auch Flachnaht genannt, weil du keine klassische Nahtzugabe mehr sehen wirst und alles "flach" liegt. Der Stoff wird einfach rechts auf rechts in die Overlock geschoben und genäht, dann wird die Naht auseinander gezogen und man erhält auf der einen Seite einen Leiterstich und auf der anderen Seite den "flachen" Overlockstich. Nach außen kann dann, was du möchtest - je nachdem, welche Naht du schöner findest. 

Jede Overlock sollte eigentlich die Flatlocknaht nähen können. Schau' unbedingt in die Bedienungsanleitung deiner Overlock, dort wirst du alle Erklärungen finden, wie du die Einstellungen so änderst, dass am Ende eine Flatlocknaht herauskommt.

Übrigens: Die Naht sollte gut belastbar sein, zieh' also ruhig mal ordentlich an den beiden Stoffteilen und schau', dass sie nicht einfach wieder auseinander gehen.

 

Sommertuch aus Jersey-Stoffresten: So gehst du vor

Schritt 1: Definiere die Größe deines Tuches

Du hast hier zwei Möglichkeiten:

1) Du nimmst dir eines deiner Tücher, das du magst, zur Hand und schaust, wie groß es ist. Nimm dir dann diese Maße als Vorlage für das Stoffteil, das du aus den Stoffresten kreierst

2) Du lässt sich überraschen, was du aus deinen Stoffresten herausbekommst

Was auf jeden Fall hilft: Deine Stoffreste auszumessen und grob zu konstruieren, welche Größe am Ende herauskommen wird. Idealerweise solltest du eine Rechteck-Form erhalten.

Claire hat übrigens aus ihrer Stofffläche direkt zwei Tücher herausbekommen, da sie das Rechteck geteilt und zwei Dreieckstücher daraus gemacht hat!

Schritt 2: Stoffreste begradigen

Schneide dir zunächst deine Stoffreste zu Rechtecken bzw. Quadraten zurecht. Am besten ist es natürlich, wenn du möglichst wenig von deinem Stoffrest wegschneiden musst, um weitere Stoffreste zu vermeiden ;)

Schritt 3: Stofffläche konstruieren

Wer gerne Tetris spielt, wird es lieben! Wir empfehlen dir, die Stoffreste einmal auf dem Boden auszubreiten, um einen Überblick zu bekommen, was du alles hast und wie es am schönsten zusammen ausschaut.

Übrigens: Aus der Stofffläche, die du kreierst, kannst du natürlich auch etwas völlig anderes machen! Du erhältst ja am Ende einen völlig neuen Stoff, auf dem du natürlich auch Schnittteile platzieren kannst. Unser Tipp, wenn du Kleidung daraus nähen willst: Achte bei den Stoffresten darauf, wo der Fadenlauf ist, sodass dieser bei allen gleich verläuft. Das ist für das Tuch, das wir nähen, nicht weiter wichtig.

Schritt 4: Flatlocknaht an deiner Overlock testen

Das ist super wichtig, da du ja ein schönes Endergebnis haben willst. Nimm dir also alle deine Stoffreste und teste die Naht auf jedem davon, da jeder Stoff mit der Naht in Berührung kommen wird. Schau' am besten in die Bedienungsanleitung deiner Maschine!

Schritt 5: Stoffreste Stück für Stück zusammennähen

Schau', wo es am sinnvollsten ist, zu starten und nähe dann Stück für Stück die Stoffreste-Teile mit der Flatlocknaht aneinander.

Schritt 6: Stoffreste zu Stofffläche zusammensetzen

Nun kannst du alle Teile zu dem großen Stoffteil zusammensetzen und -nähen.  

Schritt 7: Dreieck ausschneiden

 

Dieser Schritt ist optional. Du kannst dein Tuch auch so schon verwenden, Claire hatte sich dazu entschlossen, zwei Dreiecke daraus zu machen, und das zweite einer Freundin zu schenken :) 

Wichtig ist hier, dass du schaust, wo es am meisten Sinn ergibt, die Diagonale zu schneiden. Am Schönsten ist es natürlich, wenn auf beiden Teilen alle Stoffreste zu sehen sind. Aber das bleibt ganz dir überlassen!

Schritt 8: Kanten versäubern

 

Egal, ob du dein Tuch als Rechteck gelassen oder zu einem Dreieckstuch umgewandelt hat: die Kanten solltest du noch versäubern. Klar muss man Jersey nicht unbedingt versäubern, aber es gibt einfach noch mal einen schöneren Abschluss.

Claire hat ihre Tücher mit einer 3-Faden-Overlocknaht versäubert und die Stichlänge verkürzt, sodass die Stiche dichter aneinander sind und die schwarze Umrandung noch ein wenig "definierter" ist. Am wichtigsten ist, dass du den Stich findest, der am besten zu deinen Stoffen passt. Vielleicht ist das auch ein Rollsaum.

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