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Schrägband selber machen: Unsere Tipps zum Zuschnitt, Verbinden und dem Schrägbandformer

Schrägband kannst du in verschiedenen Breiten und Designs kaufen. Aber wenn du ein Nähprojekt hast, bei dem du vielleicht sogar deinen Originalstoff verwenden willst, dann empfiehlt es sich, das Schrägband einfach selber zu machen. Klar, das geht nicht aus jedem Stoff. Dein Schrägband-Stoff sollte sich vor allem gut bügeln lassen und nicht zu rutschig sein, daher ist Baumwolle hier natürlich am idealsten. Aber auch andere Stoffe wie Viskose, Leinen oder Wolle funktionieren. Wichtig ist: Der Schrägband-Stoff sollte zu deinem Originalstoff und deinem Nähprojekt passen! 

In einem anderen Blogartikel haben wir dir übrigens die wichtigsten Fragen über Schrägband beantwortet. Außerdem erfährst du dort, wie man Schrägband annäht.   

Schrägband zuschneiden

Bevor du das Schrägband herstellen kannst, musst du erst mal die Streifen für das Schrägband zuschneiden. Wichtig hierbei ist, dass das Schrägband im schrägen Fadenlauf, genauer gesagt im 45°-Winkel zur Webkante zugeschnitten wird.

Folgende Tipps solltest du beim Zuschnitt beachten:

  • Du solltest den 45°-Winkel immer exakt einhalten, damit dein Schrägband am Ende die maximale Elastizität hat
  • Wenn du einen Rollschneider und eine Schneidematte zuhause hast, raten wir dir, diese dafür zu nutzen. So gelingen die Streifen akkurater und du bist schneller. Auch ein Patchwork-Lineal kann sehr beim Zuschnitt helfen!
  • Je größer dein Stoffstück ist, aus dem du die Schrägbänder zuschneidest, umso längere Stücke erhältst du und umso weniger musst du die Schrägbänder miteinander verbinden

Hier findest du eine Liste der Streifen-Breiten und der Schrägbandbreiten, die sich daraus ergeben:

  • 13mm breiter Streifen = 6mm breites Schrägband
  • 25mm breiter Streifen = 12mm breites Schrägband
  • 36mm breiter Streifen = 18mm breites Schrägband (Standardmaß)
  • 48mm breiter Streifen = 25mm breites Schrägband
  • 96mm breiter Streifen = 50mm breites Schrägband

Schrägband-Länge berechnen

Um herauszufinden, wie viel Zentimeter Schrägband du benötigst, solltest du zunächst die Strecke, die du damit einfassen willst, ausmessen. Dann empfiehlt es sich, dieses Maß noch einmal großzügig zu verlängern, damit du etwas Puffer hast und dein selbstgemachtes Schrägband später auf jeden Fall reicht. 

Beachte dabei unbedingt, dass bei jedem Streifen, den du zugeschnitten hast, am Anfang und am Ende etwas Länge verloren geht, sobald du die Streifen aneinander nähst. Das solltest du in deine Berechnung mit einbeziehen.

Schrägband zusammennähen

Um deine Schrägband-Streifen miteinander zu verbinden und daraus ein komplettes langes Schrägband zu kreieren, ist es ideal, wenn die Enden der Schrägband-Streifen ebenso im 45°-Winkel zugeschnitten werden, weil du sie dann exakt übereinander legen kannst.

  • Lege dann die beiden Streifen rechts auf rechts aufeinander, sodass die Innenseite einen 90°-Winkel ergibt. Genäht wird von Ecke zu Ecke. (siehe Bild)
  • Wundere dich nicht, dass an jeder Seite zwei kleine Dreiecke abstehen - das ist völlig normal!
  • Sobald die Streifen miteinander verbunden sind, bügelst du die Nahtzugabe auseinander, schneidest die beiden überstehenden Stoffstücke ab und tadaaaa, du hast einen geraden, verlängerten Schrägband-Streifen!

Schrägband selber machen mit einem Schrägbandformer

Der Schrägbandformer ist natürlich das Tool, wenn es um das Selbermachen von Schrägband geht! Claire nutzt im Video den Schrägbandformer von PRYM. Den gibt es für fünf verschiedene Schrägband-Breiten. Aber beachte: Für jede Schrägband-Breite benötigst du einen separaten Schrägbandformer ;) 

 

Die Handhabung des Schrägbandformers ist denkbar einfach:

  • Du führst deinen Schrägband-Streifen durch die breite Seite des Formers hindurch, die rechte Stoffseite liegt dabei nach unten.
  • Achte darauf, dass die langen Kanten parallel liegen, damit auf beiden Seite gleich viel umgeklappt wird.
  • Und ganz wichtig: Ziehe das Schrägband vorsichtig hinten aus dem Former heraus und bügle es direkt! (siehe Bild) Ansonsten geht es wieder in seine ursprüngliche Form zurück ;) 

Schrägband selber machen ohne Schrägbandformer

Du kannst natürlich Schrägband auch ohne Schrägbandformer herstellen, das ist dann eben ein klein wenig umständlicher und dauert vielleicht etwas länger. Letztlich kannst du deinen Schrägband-Streifen auch Stück für Stück mit dem Bügeleisen umschlagen. Dabei ist es wichtig, dass du immer wieder kontrollierst, dass du auf beiden Seiten gleich viel umschlägst. Somit hat dein Schrägband später die korrekte Breite.

Kann man Schrägband aus Jersey selber machen?

Da müssen wir leider sagen: nein, das geht nicht. Schrägband sollte aus Webware hergestellt werden. Zudem hat Jersey sowieso einen riesengroßen Nachteil: er rollt sich ein. Stell' dir mal vor, du willst das Schrägband umbügeln und die Kanten von dem schmalen Streifen rollen sich ständig ein 😱 

Wenn du ein Kleidungsstück nähst und das Schrägband gerne aus dem identischen Stoff herstellen möchtest, und dieser vielleicht Elasthan beinhaltet, dann empfehlen wir dir immer: testen, testen, testen. Zuerst kommt es ja sowieso darauf an, wo du das Schrägband anbringst. Wenn du damit eine Nahtzugabe einfasst, ist es vielleicht nicht ganz so schlimm, wenn etwas nicht 100% schön ausschaut, als wenn das Schrägband sichtbar von außen angebracht ist. Hier musst du einfach etwas rumprobieren und schauen, wie sich der Stoff verhält und ob du damit zu dem Ergebnis kommst, das du anstrebst.

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