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Kleidung selber nähen: Wir beantworten die häufigsten Fragen

Denkst du darüber nach, mit dem Nähen deiner eigenen Kleidung zu starten, aber irgendwie gibt es da doch noch so einige offene Fragen? Kein Problem! Wir beantworten in diesem Blogartikel die 13 häufigsten Fragen zum Thema Kleidung selber nähen, sodass du am Ende bestimmt Lust bekommst, auch loszulegen! :) 

Das findest du hier

1. Kleidung selber nähen: Allgemeine Infos

2. Kleidung selber nähen: Die häufigsten Fragen und unsere Antworten

1. Kleidung selber nähen: Allgemeine Infos

Warum überhaupt selber nähen?

Du nähst vielleicht schon eine Weile Täschchen, Kissen und Geschenke, aber das Nähen von Kleidung hast du noch nicht so recht für dich entdeckt. Und vielleicht fragst du dich sogar: Weshalb sollte ich überhaupt meine Kleidung selber nähen? Wir haben dir hier einige Punkte zusammengetragen, weshalb es sich lohnt, mit dem Nähen deiner eigenen Garderobe loszulegen.

Punkt Nr. 1: Nachhaltigkeit

Auf die Frage "Ist Kleidung nähen nachhaltig" gehen wir unter noch einmal genauer ein. Aber eines schon mal vorab: Alles, was du selber machst, ist auf jeden Fall schon mal nachhaltiger.

Durch das Nähen erkennst du, wie viel Arbeit in einem Kleidungsstück steckt und wirst automatisch aufmerksamer und bedachter in deinem Konsum. Und so nimmst du auch automatisch Einfluss auf die Textilwirtschaft. Denn Fakt ist: Umso mehr man sich informiert bzw. umso mehr man selber näht, umso weniger kauft man und umso weniger Textilmüll produziert man.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Du unterstützt dadurch weniger (oder vielleicht sogar gar nicht mehr) die Fast Fashion Unternehmen. 

 

Punkt Nr. 2: Individuelle Passform

Wir bekommen sehr oft Emails, in denen unsere Kundinnen von den immer gleichen Problemen berichten: Mir passen die Klamotten von der Stange nicht, ich habe unten eine andere Konfektionsgröße als oben, ich muss immer etwas kürzen, und und und... Und weißt du was? Das ist völlig normal, denn: Wir alle haben unterschiedliche Körper.

Mit dem Nähen hast du eine echte Superpower, denn du kannst dir die richtige Passform selber definieren! Je mehr Näherfahrung du hast, umso mehr wirst du dich bei Anpassungen und Änderungen trauen, und so Kleidungsstücke erschaffen, die für deinen Körper genau richtig sind!

Punkt Nr. 3: Individualität

Mit dem Nähen bist du nicht an Trends oder Sachen von der Stange gebunden - du kannst nähen, was immer du möchtest!

Punkt Nr. 4: Selbstwertgefühl

Wenn du selber nähst, befasst du dich damit, was zu dir passt und das gibt dir Selbstsicherheit. Kleidung selber nähen ist also auch gut für deine mentale Gesundheit!

Außerdem unterstützt du dein inneres Wohlbefinden, indem du dir aktiv Zeit für dich selbst nimmst. Wir alle brauchen diese Pausen im Alltag und das Nähen ist ein idealer Ausgleich! 

Punkt Nr. 5: Ein spaßiges Hobby

Nähen ist ein tolles Hobby, das in erster Linie Spaß machen soll, wenn du es entspannt und gelassen anpackst. Außerdem kann man sich in der Nähwelt super mit anderen vernetzen, denn es gibt eine riesige Näh-Community! Wenn du es etwas "intimer" magst, dann komm' doch gerne zu uns ins Online-Nähatelier. Dort haben wir eine wertschätzende Community geschaffen, die sich gegenseitig unterstützt und motiviert!

Du siehst also: Das Nähen bringt sowohl auf individueller Ebene viele Vorteile mit sich (Passform, Selbstsicherheit), als auch auf globaler Ebene (sozialer, nachhaltiger Impact). Wenn das mal kein Grund ist, loszulegen! :) 

Ist Nähen ein teures Hobby?

"Teuer" ist ein relativer Begriff, weil es für jede*n etwas anderes bedeutet. Die Frage ist eher: Was ist es dir wert, dafür auszugeben? 

Klar, du kannst richtig wenig Geld für ein gekauftes Kleidungsstück ausgeben, rein finanziell denkst du vielleicht: Das lohnt sich ja überhaupt nicht. ABER: Es gibt so viel mehr, als "nur" das fertig genähte Kleidungsstück, das du aus dem Nähen für dich herausziehen kannst:

  • Zeit für dich selbst
  • Spaß
  • Ein kreatives Hobby
  • Selbstwertgefühl-Boost

Aber zurück zum Finanziellen: Es gibt Dinge beim Nähen, bei denen solltest du lieber nicht sparen. Das ist zum Beispiel gutes Garn oder eine gute Nähmaschine. ABER: Es gibt immer auch Möglichkeiten, wie du weniger Geld dafür ausgeben kannst.

Wir haben dir hier einige Tipps zusammengetragen, wie du beim Nähen aufs Geld achten kannst, ohne zu verzichten:

Tipp Nr. 1: Kaufe Second Hand bzw. leihe erst einmal

Nähmaterialien, wie gutes Garn, Knöpfe, Stoff kannst du wunderbar Second Hand kaufen. Tolle Plattformen dafür sind zum Beispiel Kleinanzeigen- oder Stofftauschportale. 

Auch Nähmaschinen kannst du Second Hand kaufen. Bei einem geringen Budget empfehlen wir dir sogar, lieber eine hochwertige, gebrauchte anstatt eine neue, günstige Maschine zu kaufen.

Eine andere tolle Option ist leihen. Wenn du das Nähen erst mal für dich testen willst, dann leihe dir eine gute Nähmaschine oder teile sie dir mit Freund*innen. 

Tipp Nr. 2: Verwerte, was du schon hast

Wenn du Dinge, die du bereits hast, verwertest, sparst du Geld, ganz logisch! :) Anstatt Sachen neu zu kaufen, kannst du erst mal schauen, was schon da ist und dich aus deinem eigenen Vorrat bedienen. Das ist übrigens eine ideale Grundlage, um nachhaltig zu nähen!  

Wenn du bereits Stoffe gekauft hast, dann schau' doch erst mal in deinem Stoffschrank nach, ob für dein nächstes Projekt etwas passendes dabei ist. Oder hast du vielleicht aussortierte Kleidung, die du für dein Nähprojekt upcyceln kannst?  

Tipp Nr. 3: Vermeide Stoffreste und spare Geld

Um unnötige Stoffreste zu vermeiden, empfehlen wir dir bei jedem Nähprojekt - unabhängig von den Angaben des Schnittmuster-Designers - deinen individuellen Stoffverbrauch zu berechnen und den Zuschneideplan, der mit jedem guten Schnittmuster kommt, richtig zu nutzen.

Unnötige Stoffreste heißt hier bares Geld, denn wenn du extra Stoff für ein Nähprojekt kaufst, aber zu viel Stoff bestellst, hast du nicht nur den Stoffrest am Ende übrig, sondern hast auch noch dafür bezahlt.

Wir wissen aber auch: Manchmal lassen sich Stoffreste nicht vermeiden! Schau' daher gerne bei unseren Nähideen für Stoffreste vorbei und lass' dich inspirieren.

Tipp Nr. 4: Konsumiere bedacht

Um nachhaltig zu nähen legen wir dir sowieso ans Herz, nicht unnötig viele Stoffe und/oder Schnittmuster anzusammeln. Aber auch dein Portemonnaie wird es dir danken ;) Denn was hast du von Stoffen, die du zwar schön findest, aber die am Ende doch nicht für ein Nähprojekt zum Einsatz kommen? Oder von Schnittmustern, die du doch nie umsetzen wirst, auch wenn sie nur 2€ kosten?

Du siehst: Es gibt viele Möglichkeiten, beim Nähen Geld zu sparen. Du kannst vieles selbst beeinflussen, sodass du langfristig mit dem Selbernähen auf jeden Fall Geld (genauso wie Zeit und Ressourcen) sparen kannst.

2. Kleidung selber nähen: Die häufigsten Fragen und unsere Antworten

Ist Kleidung selber nähen schwer?

Auch der Begriff "schwer" ist sehr relativ beim Kleidung nähen, denn jede*r hat ein anderes Nählevel. Generell gilt beim Kleidung nähen aber: Es gibt Schnittmuster mit allen möglichen Nähleveln, sodass jede*r mit dem Nähen der eigenen Garderobe starten kann!

Wir haben zum Beispiel zwei Schnittmuster entwickelt, die für Anfänger*innen geeignet sind, aber auch stylish aussehen und bei denen man nicht direkt erkennt, dass es sich um ein Starter-Projekt handelt (Blazer Nina und Rock Hélène). 

Für den Anfang gilt: Nimm' dir nicht zu viel vor! Sieh es wie deine persönliche Nähleiter: Fange unten mit den Basics an und arbeite dich dann Stufe für Stufe hoch. Du kannst auch immer wieder einen Schritt zurückgehen, wenn es dir zu viel wird, das ist völlig ok!

Denn: So bleibst du motiviert und hast Spaß bei der Sache und bringst das Projekt vor allem auch zu Ende! Daher lieber erst mal mit leichteren Projekten anfangen und sich Stück für Stück steigern, zum Beispiel immer wieder eine neue Nähtechnik hinzunehmen.

Wenn du dir zu schnell zu viel vornimmst, wird das deine Motivation und die Freude an der Sache dämpfen. Nimm einen Marathon als Beispiel: Wenn du vor hast, einen zu laufen, dann wirst du anfangs auch nicht direkt mit den 42 km starten, sondern lieber erst mal mit 5 km.

Kann man als Anfänger/Anfängerin Kleidung nähen?

Absolut! Mit der richtigen Ausstattung und dem passenden Schnittmuster kann man auch als Anfänger*in Kleidung selber nähen!

Ist es günstiger, Kleidung selbst zu nähen anstatt zu kaufen?

Hier kommt es sehr darauf an, wie viel du tendenziell für Kleidung ausgibst. Klar, beim Nähen hast du die einmaligen Anschaffungskosten. Aber die musst du eben nur einmal investieren und dann hast du eine perfekte Basis, um deine Kleidung selber zu nähen.

Je mehr du dann über das Nähen, Stoffe, Zuschnitt etc. weißt, umso mehr wirst du später sparen können. Nähen ist also vielleicht zuerst einmal nicht günstiger, aber auf lange Sicht hin kann es auf jeden Fall günstiger sein - je nachdem, was du daraus machst :)

Ist Kleidung selber nähen nachhaltig?

Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, ist unsere Standardantwort eigentlich immer:

Alles, was neu produziert wird, kann nicht nachhaltig sein.

ABER: Kleidung selber nähen ist auf jeden Fall nachhaltiger als Kleidung kaufen, denn du weißt, wie dein Kleidungsstück hergestellt wurde, welche Stoffe verwendet wurden etc.

Kleidung selber nähen kann auch richtig nachhaltig sein, wenn das Kleidungsstück aus Stoffen hergestellt wurde, die es schon gibt und die nicht neu gekauft wurden.

Am nachhaltigsten ist es, wenn der Kreislauf so gut es geht geschlossen bleibt. Das heißt: am besten trägst du deine Kleidung lange und wenn du sie nicht mehr trägst, verwertest du sie weiter.

Weshalb du kaputte Kleidung nicht direkt entsorgen solltest, haben wir in einem anderen Blogartikel thematisiert. Auch das Reparieren trägt natürlich zur Einhaltung des Kreislauf bei.

Was braucht man alles, um Kleidung zu nähen? Fragen zu Nähmaschine und Material

Zum Thema Nähmaschine haben wir bereits einen Blogartikel verfasst, schau' ihn dir gerne einmal an. Dort geben wir dir unsere persönlichen Nähmaschinen-Empfehlungen

Welche Nähmaschine benötige ich, um Kleidung selbst nähen zu können?

Gute Nachrichten:Zum Kleidung nähen benötigst du erst einmal nur eine ganz normale Haushaltsnähmaschine!

Unser Tipp: Es sollte eine wirklich gut funktionierende Nähmaschine sein, sonst bist du letztendlich nur frustriert.

Wenn du dir erst mal eine günstige kaufst oder auf ein sehr altes Modell zurückgreifst, wirst du vielleicht sehr schnell nicht mehr motiviert sein, weil sie nicht die Leistung bringt, die du benötigst. Du hältst dich dann viel zu lange damit auf, dass vielleicht irgendetwas nicht funktioniert und das frustriert vor allem am Anfang, wenn man erst mit dem Kleidung nähen startet.

Leihe dir dann lieber eine Nähmaschine aus, dafür gibt es sogar Anbieter. Oder du kennst jemanden, der/die schon Kleidung näht und dir die Maschine testweise zur Verfügung stellt. 

Zu Beginn gilt: Alle möglichen Hürden, die es dir schwerer machen, mit dem Nähen von Kleidung so richtig loszulegen, sollten möglichst beseitigt werden!

Kann ich Kleidung mit einer normalen Nähmaschine nähen?

Ja, auf jeden Fall! Für den Anfang genügt eine Maschine, die einen normalen Geradstich, einen normalen sowie einen kleinen Zickzackstich hat. Damit bist du super ausgestattet um loszulegen!

Kann ich Kleidung ohne Nähmaschine nähen?

Das würden wir dir eher nicht empfehlen, weil es einfach soooo lange gedauert und auch nicht besonders genau ist.

Kann man Kleidung ohne Schnittmuster nähen?

Klar, es gibt Teile, für die benötigst du nicht unbedingt ein Schnittmuster, weil sie zum Beispiel aus geometrischen Formen bestehen. Meist sind das aber weitere Teile, bei denen die Passform nicht so entscheidend ist.

Wir möchten vorwegnehmen: Die 5-jährige Ausbildung der Schnitttechnikerin gibt es nicht ohne Grund ;) 

Schnittmuster selbst erstellen halten wir daher immer für etwas utopisch, da wir den Prozess mit unseren eigenen Schnittmustern ja stetig durchleben. Auch wir erstellen die Schnitte nicht selbst, sondern haben genau dafür eine Schnittdirectrice. Claire macht zwar die Designs, aber das ganze technische dahinter setzt die Schnittdirectrice für uns um.

Wenn du schon fortgeschrittener bist, kannst du dich zum Beispiel daran versuchen, von einem bestehenden Teil den Schnitt abzunehmen. Aber gerade für den Anfang empfehlen wir dir sehr, nach Schnittmustern zu nähen. Damit hast du einfach ein viel besseres Erfolgserlebnis!

Unsere Empfehlung: Finde zunächst deine Wohlfühlschnitte, die du gerne nähst und trägst. Im nächsten Schritt kannst du sie dann abwandeln und anpassen, und deine Kreativität entfalten!

Was brauche ich sonst noch um Kleidung selber zu nähen?

Um erfolgreich starten zu können mit dem Selbernähen deiner eigenen Kleidung, benötigst du neben der Nähmaschine noch diverse Nähutensilien. Zum sonstigen Nähzubehör gibt es einen separaten Blogartikel mit unseren Empfehlungen, schau dort gern vorbei!

Kleidung selber nähen: Fragen zum Stoff

Welcher Stoff ist am besten zum Nähen von Kleidung geeignet?

Das kommt ganz darauf an, was du nähen möchtest! Es gibt soooo viele verschiedene Stoffarten und nicht jeder Stoff ist für alles geeignet.

Bei unseren Schnittmustern zum Beispiel findest du die Materialempfehlungen immer im jeweiligen Ebook. Generell empfehlen wir, dich immer an die Angaben des Schnittmuster-Designers zu halten. So erhältst du am Ende auch ein tolles selbstgenähtes Teil!

Schau' auch gerne mal bei unserer Blogkategorie Stoffwissen vorbei, wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest!

Wie viel kostet Stoff?

Auch das ist sehr unterschiedlich. Hier muss man unterscheiden, um welche Qualität es sich handelt, ob der Stoff ein Nachhaltigkeitszertifikat hat etc.

Generell empfehlen wir dir: Wenn du auf die Kosten achten willst, spare nicht bei der Stoffqualität!

Es gibt andere Möglichkeiten, wie du hier sparen kannst. Anstatt den Stoff neu in einem Stoffladen oder Stoff-Onlineshop zu kaufen, schaue, ob es auf Second Hand Portalen wie Stoffetauschen oder eBay Kleinanzeigen Alternativen gibt. Außerdem gibt es bei Stoffläden (vor Ort und auch digital) oftmals eine Abteilung mit Reststücken. Vor allem für kleinere Projekte ist da häufig etwas passendes dabei, und meist sind die Stoffstücke sogar günstiger.

Einige Stoffanbieter verkaufen auch sog. Deadstock-Stoffe, also Stoffe, die für die Modeindustrie produziert, aber dann nicht genutzt wurden. Die Stoffhändler kaufen diese dann auf und verkaufen sie weiter. So kannst du echte Designer-Schätzchen finden! 

Generell gilt: Achte bei Stoff unbedingt auf Qualität, sonst hast du später keine Freude an deinem selbstgenähten Teil. Immerhin hast du neben den Kosten auch mehrere Stunden Arbeit hinein gesteckt. 


Hast du jetzt richtig Lust bekommen, mit dem Nähen deiner eigenen Kleidung loszulegen? Dann schau' unbedingt bei unseren Schnittmustern vorbei. Bei uns gibt es vier Nählevel: von richtige*r Anfänger*in bis Fortgeschrittene*r ist alles dabei!

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