Burrito-Methode für eine schöne Innenverarbeitung: Nähen ohne sichtbare Nahtzugabe innen

Wir können verstehen, wenn du jetzt erst mal verwirrt bist und deine Erwartungen an einen Burrito 🌯 nicht ganz erfüllt wurden ;) Dennoch möchten wir dir diese MEGA Nähtechnik natürlich auf gar keinen Fall vorenthalten und wir hoffen jetzt einfach mal, dass dich der Appetit nach einem Burrito nicht ablenkt! 

Burrito-Methode: Was ist das eigentlich und wo nutzt man diese Nähtechnik?

Wenn du vorhast, die Innenverarbeitung deiner Kleidung auf ein neues Level zu heben, dann kommst du an der Burrito-Methode auf gar keinen Fall vorbei! Doch was ist die Burrito-Methode?

Ganz einfach erklärt bedeutet es, dass man mit den zwei äußeren Stoffschichten die dazwischen liegende Stoffschicht so einfasst, dass später innen keine Nahtzugabe zu sehen ist. Um diesen Effekt zu erreichen, wird die mittlere Stoffschicht eingerollt (deshalb der Name "Burrito"), damit sie nicht im Weg liegt beim Nähen. Durch das spätere Wenden hat man easy peasy eine super saubere Innenverarbeitung! 

Und wo wendet man die Burrito-Methode an? Der klassische Anwendungsbereich ist die Schulterpasse bzw. das Einfassen des Rück- oder Vorderteils innerhalb der Schulterpasse. Im Video unten zeigt dir Claire die Nähtechnik am Beispiel der Bluse Emma. Du kannst die Burrito-Methode aber bei jedem Schnittmuster mit einer Passe anwenden, so zum Beispiel auch bei unserem Blazer Sable.

Ein weiterer Anwendungsbereich ist eine Kapuze. Doch nicht bei jeder Kapuze klappt das. Bei unserem Mantel Câlin besteht die Kapuze aus zwei Mittelstreifen und zwei Seitenteilen. Wie du hier die Burrito-Methode anwendest, siehst du im zweiten Video unten.

Wir müssen zugeben: Ganz so anfänger-tauglich ist diese Nähtechnik nicht. ABER: Wenn du sie einmal genäht hast, wirst du sie nicht mehr missen wollen!

Burrito-Methode bei Schulterpassen

Burrito-Methode für Kapuzen

Auch bei Kapuzen, die mit zwei Mittelstreifen und zwei Seitenteilen genäht werden, lässt sich die Burrito-Methode anwenden (so wie bei unserem Mantel Câlin). Wir haben eine mini-Kapuze für dich genäht, um dir den Prozess einmal zu veranschaulichen :) Im Video siehst du den wichtigen Burrito-Schritt.

Nun wird das zweite Seitenteil an einer der offenen Mittelteil-Seiten positioniert, und zwar rechts auf rechts und wieder mit der gebogenen, langen Seite. Achte darauf, dass du die Rundung schön legst. 

Wie du die Burrito-Methode dann anwendest, siehst du im Video. Hast du die Stoffschicht eingeschlagen, steppst du einfach die Naht ab und kannst die Kapuze wenden! Da es sich um eine Miniatur-Ausgabe einer Kapuze handelt, stimmen die Proportionen nicht. Bei dir sieht das am Ende natürlich viel sauberer aus ;)  

Allgemeine Tipps für die Burrito-Methode

Hier noch ein paar nützliche Profi-Tipps von Claire, damit es mit der Burrito-Methode auf jeden Fall klappt:

  • Am Besten eignen sich für die Burrito-Methode leichte, weniger steife Stoffe, da man diese besser rollen kann.
  • Den eingerollten Stoff kannst du dir auch seitlich fixieren mit Stecknadeln. Aber Achtung: Nur an der Seite, da später noch gewendet wird und du an die Stecknadeln rankommen musst (das geht dann nur noch an der Seite)!
  • Achte immer darauf, dass alle Schichten in der Naht erfasst werden und keine zwischendrin weg rutscht.
  • Damit du ein noch schöneres Ergebnis hast, kannst du die Nahtzugabe der Stoffschichten etwa um die Hälfte zurückschneiden, nicht alle Schichten, am besten ein bis zwei.

Hast du Lust deine selbstgenähte Garderobe noch professioneller zu verarbeiten? Dann empfehlen wir dir den Blogartikel mit zahlreichen Nähtechniken.

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